"Thalamus" von Ursula Poznanski
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[Rezension] „Thalamus” von Ursula Poznanski

Bildquelle‐/ Copyright des Beitragsbildes: Loewe Verlag

Ist schon ein paar Wochen her, seit ich „Thalamus” gele­sen habe, aber hey‐ eine kleine Rezension geht immer.


Kurzbeschreibung

Als Timo seine Freundin Hannah mit dem Motorrad besu­chen möchte, kracht er mit einem Auto zusam­men und erwacht in der Rehaklinik. Dort, im Markwaldhof, soll er sich erho­len, was auch ganz gut funk­tio­niert. Sein Sprachzentrum aller­dings ist blo­ckiert, sodass er nur unver­ständ­li­che Laute her­aus­bringt.
Als sein Bettnachbar, der eigent­lich im Wachkoma liegt, nachts auf­steht und Morddrohungen aus­stößt, kann Timo nie­man­dem davon erzäh­len. Seine Feinmotorik ist eben­falls noch beein­träch­tigt, somit kann er auch nichts auf­schrei­ben.


Meine Meinung

Ich stand dem Buch am Anfang ein klei­nes biss­chen skep­tisch gegen­über. Das lag daran, dass viele Bücher von Ursula Poznanski sich in der Vergangenheit als nicht‐mein‐Buchgeschmack her­aus­ge­stellt haben. Aber ich muss zuge­ben, „Thalamus” hat mich beein­druckt.

Ich habe das Buch wegen dem ultra­gei­len Cover gekauft. Dieses tief­blau mit dem „Quallen„muster zum Anfassen ist ein­fach nur… schön.
Sind wir mal ehr­lich, ich habe sel­ten ein schö­ne­res Cover gese­hen. Ich dachte, es geht um Quallen oder sowas und war sofort dabei :-D.


  • Die Handlung hat mich nicht enttäuscht

Das Buch geht ein biss­chen in Richtung Science Fiction, aber irgend­wie doch nicht.
Klingt das selt­sam? Ich glaube schon. Auf jeden Fall ist die Idee hin­ter dahin­ter eine sehr ori­gi­nelle, der ich so noch nicht begeg­net bin. Und weil ich ihr so noch nicht begeg­net bin und sie noch dazu unheim­lich gut ver­packt war, war ich bis auf die letzte Seite gefes­selt und wollte alle Puzzleteile der Geschichte erfah­ren.

Thalamus” war ein biss­chen wie eine Achterbahnfahrt‐oft kam genau das Gegenteil von dem daher, was ich erwar­tet hatte. Die Erkenntnisse über Magnus, den schlaf­wan­deln­den Bettnachbarn, die Stimmen, die Timo in sei­nem Kopf hört und das, was den ande­ren Patienten zustößt, wird dem Leser häpp­chen­weise zuge­wor­fen.

Der ein­zige Kritikpunkt wäre even­tu­ell noch das Ende, das sich mei­ner Meinung nach ein biss­chen zu sehr über­schla­gen hat, und das auf den letz­ten paar Seiten. Da war ich dann ein biss­chen über­rum­pelt.


  • An den Charakteren gibt’s auch nichts zu meckern

Für mich waren Dialoge immer ein wich­ti­ges Mittel, um etwas über Charaktere zu erfah­ren, z.B. wie sie sich ande­ren gegen­über geben, was für eine Sprache sie benut­zen, ob sie Labertaschen oder total schüch­tern sind…

Und natür­lich, am Anfang erschien mir Timo des­we­gen auch unnah­bar, weil das Buch noch dazu aus der per­so­na­len Perspektive erzählt ist, aber da hat Ursula Poznanski ihn mir als Leser dank sei­ner Handlungen, Gefühle etc. sehr schnell nahe­brin­gen kön­nen.

Auch die ande­ren Patienten waren mir sym­pa­thisch: Carl, der auf seine direkte Art total offen­her­zig rüber­kommt und Mona, „die Fürstin der Finsternis und des Netflix‐Abos”, die im Rollstuhl sitzt. Sie alle haben einen wun­der­bar freundschaftlich‐rauen Ton unter­ein­an­der drauf, der sehr viel Frische in die Geschichte bringt.


  • Der Schreibstil ist ein gutes Mittelding

Er ist nicht zu umgangs­sprach­lich, aber auch nicht zu wort­ge­wandt und über­mä­ßig ele­gant, son­dern so, dass es ange­nehm zu lesen ist und gut zu Timo und sei­ner Gefühlswelt passt. Alles in allem sehr flüs­sig zu lesen.


  • Bleibt die Sache mit den Namen…

Ich weiß, das Buch spielt auf einem deut­schen Fleck und des­we­gen ist es auch nur logisch, dass Timo nicht Logan heißt und Carl nicht James oder so. Trotzdem graut es mir immer ein biss­chen vor die­sen Standard‐deutschen‐Namen. Da musste ich mich erst ein­mal dran gewöh­nen, weil ich außer­dem län­ger kein original‐deutsches Buch mehr gele­sen hatte, aber… ja.

Letztendlich haben sich mein Namenproblem und ich arran­giert.


Fazit

Thalamus” beschäf­tigt sich mit den Möglichkeiten, aber auch Gefahren der Hirnforschung, die viel­leicht irgend­wann ein­mal in einem ähn­li­chen Ausmaß mög­lich sein könnte. Das Ganze wurde gelun­gen als ein Thriller ver­packt, der bis auf die letz­ten Seiten fes­selt und nichts zu früh ent­hüllt.

Soll ich eigent­lich so ein Wertesystem ein­fü­gen? So à la Sterne, aber per­so­na­li­sier­ter, ver­steht ihr? Ich könnte dafür mein Website‐Icon ver­wen­den und es 1 – 5 hoch­ge­reckte Stifte nen­nen! In dem Fall ganz klar 5!

Hand mit Stift darinHand mit Stift darin

Hand mit Stift darin

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