Buchcover von "Love Alice"
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[Rezension] Love Alice von Nataly Savina

Inhalt

Fühlen ist über­le­bens­wich­tig’, sagt ihre Mutter, ‚aber es macht schwach.’ Doch Alice, 14, sehnt sich nach Gefühlen. Mit Cherry ist alles anders; nach der Schule lau­fen sie durch die ver­schnei­ten Wälder, die wie im Märchen aus­se­hen. Sie bauen sich ein Tannenhaus, legen sich auf die Zuggleise und zie­hen durch die Stadt. Sie haben sich. Doch als Cherry allein zu ihrer Karateprüfung geht, pas­siert das Unvorstellbare, das das Leben von Alice ver­än­dern wird.

Meine Meinung

Heute Morgen habe ich „Love Alice” fer­tig­ge­le­sen und war erst­mal ziem­lich scho­ckiert. Ich bin gerade drauf und dran, von hin­ten anzu­fan­gen und alles über das Ende zu erzäh­len.

Ich war am Anfang etwas skep­tisch, als ich gese­hen habe, dass das Buch (als E‐Book) nur 107 Seiten hat, weil ich mir nicht vor­stel­len konnte, wie man auf so wenig Platz ein gan­zes Buch schrei­ben kann, ohne es dras­tisch zu kür­zen. Das Buch ist auch ziem­lich knapp geschrie­ben, aber die gan­zen klei­nen Details, die es aus­ma­chen, kom­men dabei nicht zu kurz.

Die Charaktere

Auf ihrer neuen Schule kann Alice sich nicht so rich­tig in die Klasse ein­fin­den, und man bekommt den Eindruck, dass sie auch sonst immer irgend­wie die Außenseiterin ist. Kristin, die sich selbst Cherry nennt, erregt Alice’ Aufmerksamkeit sofort. Sie macht, was sie will und ist zudem ziem­lich rup­pig.

Ich finde gene­rell ihren Charakter toll, auch gerade des­we­gen, weil er nicht per­fekt ist und viele Ecken und Kanten hat. Alice scheint am Anfang so das kom­plette Gegenteil von ihr zu sein, sie traut sich nicht zu viel, was, wie es scheint, auch daran liegt, dass sie von ihrer Mutter, der Opernsängerin, immer zurück­ge­hal­ten wird und die sich immer Sorgen um sie macht.

Alice’ Mutter kommt gene­rell mit ihren gan­zen Eigenarten sehr unsym­pa­thisch, arro­gant und ego­is­tisch rüber, ihre Annäherungsversuche im Laufe des Buches machen das auch nicht bes­ser.

Man lernt die Charaktere sehr schnell sehr gut ken­nen, wobei es auch so wirkt, wie wenn die Autorin sie immer ein ganz klei­nes biss­chen auf Abstand dem Leser gegen­über hält, was aber, ohne dass ich es jetzt erklä­ren könnte, zur Atmosphäre passt.

Und trotz die­ses letz­ten Stückchens Distanz, das gewahrt wird, ist die Geschichte von Beginn so mit­rei­ßend, dass es mich wun­dert, wie die Autorin das geschafft hat.

Zur Geschichte:

Sie ist ein ein­zi­ges Auf und Ab von Annäherungen zwi­schen Alice und Cherry und dann immer wie­der einem Streit, der sie ver­kracht, teils auch, weil sie so unter­schied­lich sind. Sie haben eine außer­ge­wöhn­li­che Beziehnung zuein­an­der und die Grenzen zwi­schen Freundschaft und Liebe ver­schwim­men stän­dig.

Alice und Cherry wol­len aus dem nor­ma­len Leben aus­bre­chen und jedes ein­zige Erlebnis, das sie mit­ein­an­der tei­len, schweißt nicht nur sie mehr zusam­men, son­dern auch den Leser an die Geschichte.


Natürlich weiß man schon nach dem Lesen des Klappentextes, dass etwas pas­sie­ren wird und das ganze Buch lang wird es ange­deu­tet. Das heißt, wäh­rend man das Buch liest, kann man 1 und 1 zusam­men­zäh­len und sich vor­stel­len, was unge­fähr am Ende pas­sie­ren wird, aber man tut es nicht.
Weil diese Geschichte so wun­der­schön ist und einen so mit­reißt, dass das Unterbewusstsein sagt, dass man sich damit nicht beschäf­ti­gen sollte.

Und dann, auf den letz­ten paar Seiten pas­siert das Schreckliche, und weil es auf den letz­ten paar Seiten pas­siert, weiß man, dass es nicht wie­der gut wird.


Das Buch lässt die Figuren am Boden zer­stört zurück und den Leser genauso, weil die Autorin dem Leser das ganze Buch lang genau das antut, was sie den Figuren antut.

Und des­halb hatte ich, als ich fer­tig­ge­le­sen hatte, erst­mal einen fet­ten Kloß im Hals und musste das Gelesene und vor allem das mehr als plötz­li­che Ende ver­dauen.

Fazit

Love Alice” ist ein unheim­lich emo­tio­nal mit­rei­ßen­des Buch und es zeigt vor allem eins: Wie fra­gil das Leben und das Glück sind und dass man bei­des unbe­dingt schät­zen sollte.

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