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Rat der Neun: Gezeichnet” von Veronica Roth‐ Rezension

Vorwarnung: Es könnte even­tu­ell vor­kom­men, dass ich mich in die­ser Rezension ein ganz klein wenig in Schwärmereien ver­lie­ren werde.

Inhalt

In einer Galaxie, in der Gewalt und Rache das Leben der Völker beherr­schen, besitzt jeder Mensch eine beson­dere Lebensgabe, eine ein­zig­ar­tige Kraft, die seine Zukunft mit­ge­stal­tet. Doch nicht jeder pro­fi­tiert von sei­ner Gabe … Cyra ist die Schwester des bru­ta­len Tyrannen Ryzek. Ihre Lebensgabe bedeu­tet Schmerz, aber auch Macht – was ihr Bruder gezielt gegen seine Feinde ein­setzt. Doch Cyra ist mehr als bloß eine Waffe in Ryzeks Händen: Sie ist stark und viel klü­ger, als er denkt. Akos stammt aus einem fried­lie­ben­den Volk und steht abso­lut loyal zu sei­ner Familie. Als Akos und sein Bruder von Ryzek gefan­gen genom­men wer­den, trifft er auf Cyra. Er würde alles dafür tun, sei­nen Bruder zu ret­ten und mit ihm zu flie­hen, doch mäch­tige Feinde ste­hen ihm im Weg. Akos und Cyra müs­sen sich ent­schei­den: sich gegen­sei­tig zu hel­fen oder zu zer­stö­ren …

Rezension

Ich über­treibe nicht‐ abso­lut über­haupt nicht und niemals‐ wenn ich an die­ser Stelle behaupte, dass Rat der Neun‐ Gezeichnet eines der bes­ten Bücher ist, dass ich jemals gele­sen habe; ich habe zwar eine Menge sehr, see­ehr guter Bücher gele­sen und des­halb auch eine Menge auf der Bestenliste ste­hen, aber ich bin da immer sehr kri­tisch, wel­che drauf­dür­fen. Na ja, na gut, dazu muss man auch sagen, ich bin nicht einer die­ser Heiligen, die abso­lut JEDES Buch been­den, auch wenns ihnen nicht gefällt. Wenn mir ein Buch nicht gefällt, liegts schon mal ein Jahr lang halb fer­tig gele­sen in der Ecke.

Rat der Neun dage­gen hat mich defi­ni­tiv… beein­druckt. Ich denke, nein, ich bin mir sicher, ich bin mit mei­ner Bewunderung sogar schon an dem Punkt ange­kom­men, an dem ich jeden, der sagt, Rat der Neun sei ein schlech­tes Buch, hoff­nungs­los zusam­men­fal­ten und mit Argumenten bom­bar­die­ren werde, warum das defi­ni­tiv nicht stimmt. Denn es stimmt nicht. Klar, man muss sich schon sehr für Fantasy und SciFi inter­es­sie­ren, damit es einem gefällt, aber falls das nicht der Fall ist, ist das Buch des­halb noch lange nicht schlecht.

Puh. ich glaub, ich bin jetzt fer­tig mit mei­ner ers­ten Tirade.

Wer glaubt, Rat der Neun sei ein beque­mes, leich­tes Buch zum immer mal wie­der zwi­schen­drin lesen, hat sich gewal­tig geirrt. Ich habs auch gedacht. Mein Pech. Wahrscheinlich sollte ichs gleich noch­mal lesen und zwar die­ses Mal rich­tig xD.

Denn Veronica Roths Welt ist kom­plex, kom­pli­ziert und außer­ge­wöhn­lich. Der Anfang des Buches beschäf­tigt sich vor allem mit Fakten, Fakten, Fakten und Namen, Namen, Namen. Man muss die Welt kapie­ren, um mit­hal­ten zu kön­nen und die Geschichte zu ver­ste­hen. Sich rich­tig dar­auf ein­las­sen. Die Handlung ist erst über­haupt nicht rasant, sie schleicht sich nur so dahin, die Ereignisse wer­den genau geschil­dert, alles gibt dem Leser Zeit, sich an das Umfeld, die Welt und die vie­len Fakten, Fakten, Fakten, Namen, Namen, Namen zu gewöh­nen. Und dann, wenn man das hin­ter sich hat und diese ganze ver­rückte Welt sozu­sa­gen ein­ge­las­sen hat, wenn man es end­lich gescheit kapiert hat (dau­ert ‚ne Weile, glaubt mir), dann wirds so richitg tem­po­reich und span­nend. Und das ist der Teil, ab dem ihr das Buch nicht mehr aus der Hand her­aus­le­gen könnt und es in null Komma nix fer­tig­ge­le­sen ist. Wenn man jetzt aber den Fehler macht, den ich gemacht habe, wenn man nicht mit die­sem schlei­chen­den Anfang, mit der gan­zen Komplexität rech­net, dann legt man das Buch schon nach ein paar Seiten aus der Hand und liest ein paar Wochen nicht wei­ter. Und dadurch ver­liert man den Anschluss, was wie­derum wie in mei­nem Fall dazu führt, dass man eine ganze Ewigkeit braucht, bis man zum rich­tig, rich­tig span­nen­den Teil kommt. Macht das bloß nicht! Und vor allem (meine Angewohnheit xD): Fangt zwi­schen­drin KEINE neuen Bücher an. Auch mein Fehler.

Die Hauptcharaktere haben mich wirk­lich begeis­tert. Cyra, die von ihrem Bruder Ryzek gezwun­gen wird, ihre töd­li­che und vor allem schmerz­hafte Gabe gegen andere ein­zu­set­zen, sich nicht dage­gen weh­ren kann und zudem noch glaubt, ihre Schmerzen ver­dient zu haben, hat einen sehr rup­pi­gen Charakter und ist das genaue Gegenteil vom sanft­mü­ti­gen Akos, der wie­derum alles dafür tut, sei­nen Bruder Eijeh aus den Fängen Ryzeks zu befreien. Man sieht den Konflikt: Ryzek hält Bruder gefan­gen, Akos möchte Bruder befreien, ver­liebt sich in Cyra, was wie­derum sehr unvor­teil­haft ist, da Cyra Ryzeks rechte Hand ist.

Und noch viel kom­pli­zier­ter, mit sehr viel mehr Fakten, Fakten, Fakten und Namen, Namen, Namen.

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