Bücher,  Rezensionen

Haus der Vampire 1: Verfolgt bis aufs Blut von Rachel Caine — Rezension

Ich bin immer mal wie­der dabei, Bibliotheken nach neuen (oder bes­ser gesagt: älte­ren) Büchern zu durch­su­chen, wenn mir der Lesestoff aus­geht. Denn dann suche ich nach Büchern, die vor ein paar Jahren bereits erschie­nen sind und die ich damals über­se­hen habe bzw. die mich damals ein­fach nicht inter­es­siert haben. Denen, die am liebs­ten zum Hugendubel gehen und sich die neu­es­ten Romane kau­fen (also mir auch xD) kann ich nur emp­feh­len: tut das auch mal. Manchmal stößt man dabei auf ganz erstaun­li­ches Zeug. So wie ich letz­tens auf die Reihe „Haus der Vampire” gesto­ßen bin. Ich habe mir also den ers­ten Band aus­ge­lie­hen und gele­sen und siehe da: es hat sich gelohnt!

Klappentext

Claire ist neu auf dem College in Morganville, und die schöne Monica macht ihr das Leben zur Hölle. So schlimm, dass Claire vom Campus in eine WG in der Stadt zieht. Sie weiß aller­dings nicht recht, was sie von ihren Mitbewohnern hal­ten soll. Zwei ziem­lich gut aus­se­hende Jungs und ein Gothic Girl. Der eine ist tags­über nie zu sehen. Und Eve erzählt ver­rückte Sachen, von Vampiren! So ein Quatsch ?

Rezension

Mit am bes­ten haben mir die Protagonisten gefal­len: Claire, die hoch­be­gabte Sechzehnjährige‐ wor­auf sie von ihren Mitbewohnern, die alle schon acht­zehn sind, immer wie­der auf­merk­sam gemacht wird, etwa wenn sie in kom­pli­zierte Situationen hineingeraten‐, die nicht an Übernatürliches glaubt, Eve, das Goth‐ Girl, Shane, der immer einen auf Beschützer macht und Michael, der meist sanft­mü­tige Musiker mit dem Geheimnis.

Da der Leser mit Claire die ganze Geschichte mit­ver­folgt, konnte ich mit ihr als Charakter ziem­lich schnell warm­wer­den. Sie ist klein und zier­lich und kommt einem am Anfang des Buches zwar sehr hilf­los vor, aber ent­wi­ckelt sich ziem­lich schnell zu einem knall­har­ten Mädchen, das vor fast nichts zurück­schreckt und alles tut, um ihre Freunde zu beschüt­zen.
Shane, der immer ein Auge auf sie hat und rüh­rend den Beschützer spielt, trägt immer wie­der zu lus­ti­gen Situationen bei, da sich die bei­den Mädchen oft wei­gern, sei­nen guten Ratschlägen zu fol­gen und sie ein­fach über den Haufen wer­fen.
Bei Eve hat mir sehr gut gefal­len, dass sie trotz ihrer stän­di­gen Goth‐ Aufmachung eigent­lich ziem­lich sen­si­bel ist, denn dadurch konnte ich ihre Handlungen bes­ser ver­ste­hen und es hat sie auch ein­fach sehr sym­pa­thisch rüber­ge­bracht, sodass sie mir ziem­lich schnell ans Herz gewach­sen ist.
Ohne Michael wäre das Buch eben­falls auf gar kei­nen Fall so gut, wie es ist, denn er ist der­je­nige mit der guten Seele, der­je­nige, dem das Glass House gehört und der ein Geheimnis hat, das mich offen­kun­dig ziem­lich über­rascht hat, als es gelüf­tet wurde, und bei all dem hat er ein­fach einen unwie­der­steh­li­chen Charakter.

Das Cover finde ich sehr tref­fend, es ist sehr düs­ter gehal­ten und passt gut zur Handlung.

Die Handlung ist rela­tiv sim­pel und man fin­det sich schnell in das Buch hin­ein. Die Spannung bleibt die gan­zen ca. 300 Seiten erhal­ten und das Buch endet in einem rich­tig fie­sen Cliffhanger, der mich direkt dazu ver­lei­tet hat, den zwei­ten Band auch zu lesen‐ oder bes­ser gesagt, es endet nicht in die­sem Cliffhanger. Und hier kommt mein ers­ter Kritikpunkt: Nach dem letz­ten Kapitel kommt eine Art Epilog: „Auszug aus Eve Rossers Tagebuch”. In die­sem „Epilog” wer­den zusam­men­ge­fasst einige der Ereignisse des Buches aus Eves Sicht geschil­dert.

Das hat mich ver­wirrt. Denn nach­dem ich das Buch eigent­lich mit die­sem Cliffhanger abge­schlos­sen habe, möchte ich doch den nächs­ten Band lesen und wis­sen, wie es wei­ter­geht, nicht Eves Tagebuch lesen. Außerdem habe ich mir die Frage gestellt: Warum aus­ge­rech­net Eves Tagebuch? Nicht falsch ver­ste­hen, ich liebe Eve, aber eigent­lich hätte es doch genau so gut das Tagebuch von Michael oder Shane sein kön­nen, oder?

Was mir eben­falls nicht so gut gefal­len hat, war der Schreibstil und die Sprache. Es ist keine schöne Sprache, kein ele­gan­ter Schreibstil, son­dern sehr… umgangs­sprach­lich. Zwischendrin habe ich mir immer wie­der gedacht: Welcher Jugendliche redet bitte so?

Alles in allem jedoch ist „Verfolgt bis aufs Blut” mei­ner Meinung nach ein sehr gelun­ge­nes Buch, mit viel Spannung und Humor.

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