Papier, Stifte, Tastatur
Schreiben

Wie ich mein Buch beendet habe-und du es auch kannst

Ich habe eeend­lich mein Buch fer­tig geschrie­ben, been­det, wie auch immer man es nen­nen möchte. Es hat 259 Seiten (Warum habe ich keine 260 dar­aus gemacht?).

Wie ich das geschafft habe, frage ich mich manch­mal auch.
Ich hatte näm­lich seit einer hal­ben Ewigkeit kein Wort mehr geschrie­ben. (Es klingt nicht glaub­wür­dig, wenn ich die Schuld jetzt auf meine feh­lende Motivation schie­ben will, oder?

Wie auch immer, liebe alle mit einer Schreibblockade oder was-auch-immer, das habe ich gemacht und das könnt ihr auch machen:

Wegfahren

Vielleicht habe ich ein­fach gebraucht, dass sich für eine Woche meine täg­li­che Umgebung geän­dert hat, was mich dazu gebracht hat, vol­ler Pseudo-Begeisterung (ich hatte meine täg­li­chen Wortziele näm­lich ver­hält­nis­mä­ßig hoch gesteckt und war mir nicht sicher, ob ich sie auch ein­hal­ten würde) mei­nen Computer ein­zu­pa­cken.

Ich will/kann nicht, aber mit Schokolade mach ichs trotzdem

Am ers­ten Tag habe ich gar nichts gemacht. Ich habe mei­nen Computer noch nicht ein­mal mit dem Rücken ange­schaut. Erst am zwei­ten habe ich mich mehr oder weni­ger dazu gezwun­gen, mich hin­zu­set­zen und das Teil auf­zu­klap­pen.
Zugegeben, ich habe unnö­tig viel Zeit damit zuge­bracht, die rich­tige Musik aus­zu­su­chen und das damit recht­fer­tigt, dass es so viel Auswahl gab. (Aber letzt­end­lich war das ja auch meine Schuld. Das heißt, ich hatte irgend­wann keine Ausreden mehr und habe ange­fan­gen, zu schrei­ben.)

Dann habe ich jeden Tag unge­fähr tau­send Wörter geschafft. (Die ers­ten zwei­hun­dert haben sich ange­fühlt, als würde ich durch Gummi waten, und die Versuchung auf­zu­hö­ren war so groß, dass ich mich sel­ber mit Schokolade am Ball hal­ten musste. Danach wurde es immer bes­ser, aber gerade dann, als ich mein Gehirn end­lich nicht mehr anstren­gen musste, um Wörter her­vor­zu­brin­gen, musste ich durch äußere Einflüsse bedingt auf­hö­ren. Jeden ein­zel­nen Tag. Geht das ande­ren Leuten auch so, dass sie erst nicht anfan­gen und dann nicht auf­hö­ren wol­len?

Durchhalten und fertig werden und…hoffen?

Das habe ich kon­se­quent eine Woche durchgezogen-und es hat funk­tio­niert. Angesichts der Tatsache, dass ich nur noch knappe 10000 Wörter zu schrei­ben hatte, war ich am Ende der Woche fer­tig.
Und habe sogar noch ein­mal den Anfang der Geschichte über­ar­bei­tet. Er ist immer­noch grot­tig, aber macht schon ein ganz klei­nes biss­chen mehr Sinn. Eigentlich habe ich ihn nicht ein­mal über­ar­bei­tet, son­dern nur etwas hin­zu­ge­fügt.

Ich würde sogar sagen, dass das Ende momen­tan schlech­ter ist als der Anfang. Aber wahr­schein­lich werde ich in ein paar Wochen, wenn ich mir den gesam­ten Text noch ein­mal durch­lese, fest­stel­len, dass nichts davon mei­nen manch­mal ziem­lich per­fek­tio­nis­ti­schen Ansprüchen an mich sel­ber genügt.

Wenn ich Glück habe, wird das dann eine Überarbeitungswut pro­vo­zie­ren, dank der mir nichts ande­res mehr übrig blei­ben wird, als den ers­ten Entwurf so schnell wie mög­lich zu einer ers­ten über­ar­bei­te­ten Fassung zu machen.
Wenn ich Pech habe, werde ich mich fra­gen, womit ich die­sen Mangel an Talent ver­dient habe und mich unter mei­ner Bettdecke ver­krie­chen. Dann werde ich wie­der in die Prokrastinationsschleife gera­ten und es wird wie­der einige Arschtritte brau­chen, um mich vor den Bildschirm zu krie­gen.

Aber erst ein­mal werde ich mich freuen, und zwar auch dar­über, dass ich kein schlech­tes Gewissen haben muss, weil ich den Blog für ein paar Wochen habe schlei­fen las­sen. Ich habe ja eine sehr gute Ausrede mit Beweisen. (Wenn ihr die Beweise sehen wollt, ver­gesst es. Nicht in die­sem Stadium. Ich kann das Zeug momen­tan ja noch nicht ein­mal sel­ber lesen, ohne mit den Zähnen zu knir­schen.

Ach übri­gens, als ich beschlos­sen habe, dass ich den letz­ten Satz so ste­hen las­sen kann, bin ich nicht auf­ge­sprun­gen und habe einen Freudentanz gemacht, wie ich das eigent­lich geplant hatte. Ich habe die Augen geschlos­sen und geat­met und sonst nichts. Dann habe ich mein Projekt gespei­chert und den Rest des Tages noch weni­ger als nichts gemacht. Und gerade jetzt frage ich mich, ob das eine nor­male Reaktion ist.

Wenn du also schon ein­mal etwas been­det hast, wor­auf du stolz warst, dann, liebe Person, schreib mir bitte jetzt, was du danach gemacht hast.

Und wenn du gerade vor deinem Computer oder Block sitzt und dein gesamter Antrieb sich verabschiedet hat, mach es wie ich:

Geh woan­ders hin
Nimm dir Zeit
Iss Schokolade
Zwing dich
Mach Pausen
Iss mehr Schokolade
Zwing dich noch­mal

Glaub an dich.

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